Förderverein Marienkirche Wriezen e.V.

   
 
 

Durch dieses Bauwerk, das Generationen vor uns erschaffen haben, wird Vergangenheit sinnlich und geistig wahrnehmbar in unsere Gegenwart hinein vermittelt.
In einer seelenlosen Betonlandschaft — das haben wir alle inzwischen erfahren — gedeiht Verantwortungsgefühl für den Nächsten und ein Bewußtsein um den Wert der menschlichen Existenz weitaus schwerer. Steine, in denen die Geschichte atmet — Bauwerke, die von Generationen vor uns zu erzählen vermögen, lassen uns dagegen die Wurzeln unseres eigenen Lebens spüren. An solchen Orten tanken wir auf — hier finden wir Kraft für unser eigenes Leben.”

Richard von Weizäcker 

 

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Auzugsweiser Tätigkeits- und Zustandsbericht der Vereinsarbeit
des
Fördervereins Marienkirche Wriezen e.V.                      
 vom 20.03.2008

 

Bericht
Sehr geehrte Mitglieder des Fördervereins, sehr geehrte Gäste,
fast auf den Tag genau vor 17 Jahren, im April 1991, wurde unser Verein Marienkirche Wriezen e. V. gegründet. Wichtige Aufbauschritte wurden geleistet und neue Ziele abgesteckt.
Die fotogrammetrische Untersuchung des Bauzustandes 1992 war die erste sichtbare Arbeit. Die sich über drei Jahre erstreckende Sanierung des Kirchturmes ist nach wie vor das sichtbare Zeichen des Aufbauwillens der Bürger dieser Stadt, der Gemeindemitglieder der evangelischen Kirche und der Mitglieder unseres Fördervereins.
Mit unterschiedlichen Veranstaltungen warben wir für den Aufbau dieses imposanten Gebäudes.

  • Ein wichtiger Höhepunkt war dabei das Benefizkonzert der Big-Band der Bundeswehr.
  • Die jährlichen Konzerte im Hauptschiff, welche vom Gewerbeverein und der Kirchgemeinde iniziiert werden, sind immer gut besucht.
  • Zum Tag des offenen Denkmals und der offenen Kirche im September können wir Besucher und Interessenten auf den Kirchturm begleiten. Die Spendentafel der Treppensponsoren lassen immer wieder Besucher und Spender verweilen.

Unser Ziel ist und bleibt es, den Aufbau der Marienkirche schrittweise zu unterstützen. Mit dem Beschluss auf der Mitgliederversammlung 2004 wollten wir mit angesparten Geldern den Aufbau der Apsis anstreben. Nach vielen Anläufen konnten wir im Beisein von Herrn Pfarrer Moritz, Herrn Jenner vom Architektenbüro Jenner und Schulz aus Frankfurt Oder und Herrn Mannigel Entwürfe zur Nutzung des Kirchenschiffes im Kirchlichen Bauamt Berlin Brandenburg vorstellen.
Wir verwiesen in den Gesprächen auf die zahlreichen kleinen Schritte, die von den Vereinsmitgliedern unternommen wurden, um Spenden und Beiträge für den Aufbau zu sammeln. Die Auftritte von Künstlern wie zum Beispiel die des Ensembles Hoffnungsland wurden als wichtiges öffentliches Mittel bezeichnet um das Interesse am Bauwerk zu stärken.

Mit der 2001 begonnenen Spendenaktion
Symbolische Spende von 1 m² Kirchendach sind in den letzten Jahren ca. 23.200,- € gesammelt worden. ( …)

Nach den Gesprächen mit dem Leiter des Kirchlichen Bauamtes und seiner Mitarbeiter im Sommer 2006 wurden wir durch Herrn von der Marwitz auf eine besondere Situation hingewiesen.

Im September 2006 wurde um die Neuorientierung und Weiterführung des ÜAZ Wriezen gerungen.
Mehrere Gespräche mit dem Vorstand des ÜAZ und dem Vereinsvorstand führten dazu, dass wir eine Prüfung in Auftrag gaben, ob durch die Schaffung einer„ Bauhütte“ Potenziale der Ausbildung für die Sanierung und Restaurierung der Bausubstanz der Marienkirche eingesetzt werden können.
Prof. Padberg entwarf dabei ein Konzept welches aber letztendlich vom Träger der Ausbildungsstätte nicht übernommen wurde. Eine Verbindung des Aufbaus der Marienkirche mit der inhaltlichen Ausrichtung des ÜAZ Wriezen wurde somit nicht wirksam.

Der Denkansatz kann aber heute neu aufgegriffen werden.
Am 13. Februar 2008 wurde das ÜAZ im Beisein des Landrates des Kreises Märkisch Oderland zum KOMZET umbenannt. KOMZET- bedeutet: Kompetenzzentrum für Denkmalpflege, Restaurierung und Holztechnik
200 Lehrlinge in der Erstausbildung, 150 Teilnehmer in der beruflichen Weiterbildung und 26 Lehrkräfte sind ein Potential mit dem man in Wriezen ein Netzwerk Bauwirtschaft- Aufbau Marienkirche schaffen kann.
Der Vorstand wird kurzfristig ein Gespräch mit dem Leiter der Ausbildungsstätte Herrn Frank Wiedmer führen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit analysieren. Hierbei sind wir auch auf die Unterstützung des Kirchlichen Bauamtes, des Bauamtes der Stadt und der Träger der Bildungseinrichtung angewiesen.
Durch intensive Kontakte der Kirchgemeinde, dem Wirken des CVJM in Wriezen und den Aktivitäten des Fördervereins kam es im Mai 2007 zum Besuch des Leiters des Kirchlichen Bauamtes Herrn Hoffmann Tauschwitz und seiner Mitarbeiter in Wriezen. Damit begann eine sehr intensive Arbeit an der Vorbereitung eines Architekten- Wettbewerbs zum Aufbau der Marienkirche
Die konsequente und inhaltlich sehr substantielle Arbeit des letzten Jahres hat berechtigte Hoffnungen wachsen lassen. ( …) Der sich abzeichnende Neuanfang in der Aufbauarbeit erfreut uns sehr, ist aber auch eine, unserer Ansicht nach, letzte große Chance für unser Anliegen. Aus Presse und persönlichem Erleben erfahren wir täglich von den komplizierten Aufgaben für die Kommunen der Oderregion.
Die angespannte wirtschaftliche Situation, der Eindruck auf Besucher unserer Heimatstadt kommt auch in folgendem Brief zum Ausdruck:
Zitat: (Brief vom 2. Oktober 2007 )
Sicherlich ist dies eine ganz persönliche Ansicht, aber 16 leerstehende Geschäftsräume in der Wilhelmstraße und die gastronomische Situation in Wriezen sprechen eine deutliche Sprache.

Umso wichtiger ist es, am Ziel eines kulturellen, stadtbildprägenden Zentrums am Markt mitzuwirken.
Der Aufbau der Marienkirche muss zum Anliegen der Bürger dieser Stadt werden.
Eine vielfältige Nutzung der Marienkirche durch Gemeinde, Stadt, Förderverein, Gymnasium und KOMZET trägt die Möglichkeit in sich, dass unser Vorhaben gelingen kann.

Der gerade geschilderten Meinung möchte ich die Überlegungen des Schulleiters Herrn Tiedje ( 23.01.2008 )entgegenstellen, die zeigen, dass die Gründung des Ev. Johanniter Gymnasiums in Wriezen im August 2007 ein Meilenstein in der Stadtgeschichte ist. Die Schließung des staatlichen Gymnasiums im Juli lies schlimmste Befürchtungen wachsen. Mit der Begrüßung der ersten Klassen und der feierlichen Eröffnung des Gymnasiums in der Katholischen Kirche in der Freienwalder Straße Anfang September 2007 zeichnete sich auch für unsere Vereinsarbeit ein neuer Ansatz ab. Die Kontakte der Vereinsvorstandes mit der Schulleitung und dem Förderverein der Schule sind sehr intensiv.

Das ev. Gymnasium zeichnet mit seinem Bedarf an Räumlichkeiten neben der Kirchgemeinde, der Stadt und dem Förderverein eine wichtige Aufbausäule auf.

Und diese Bündelung verschiedener Interessen und Nutzungsanforderungen finden auch Gehör bei den wichtigen Institutionen im Land- und Kirchenkreis. Mit diesem Hintergrund begann vor einem Jahr die Arbeit zur Vorbereitung zu einem Architektenwettbewerb.

Die sehr konstruktiv arbeitende Arbeitsgruppe (Vorbereitung Architektenwettbewerb) setzt sich wie folgt zusammen:
Herr Kühne                             Superintendent Kirchenkreis Oderbruch
Herr Moritz                                        Pfarrer der Kirchgemeinde
Frau Pieper                                        Vikarin
Herr Hoffmann-Tauschwitz               Konsistorium Berlin- Brandenburg, Kirchl. Bauamt
Frau Zergiebel                                   kirchl. Bauamt
Herr Dr. Frank                                    Brandenb. Landesamt für Denkmalpflege
Frau Dase                                           Landkreis MOL untere Denkmalschutzbehörde
Frau Tredup                                       Landkreis MOL Planungsamt
Herr Dr. Mannigel                             Förderverein Marienkirche Wriezen e.V.
Frau Fechner                                      Förderverein Marienkirche Wriezen e. V.
Herr Breitfelder                                 Bauamt Stadt Wriezen
Herr Tattermusch                              Brandenburgische Architektenkammer
Herr Pavlitscheck                               Architekt
Zum ersten Mal seit Jahren wurden hier alle wichtigen Vertreter, Entscheidungsträger und Beförderer an einen Tisch versammelt, der Bürgermeister Herr Siebert nahm an zahlreichen Arbeitssitzungen teil.
Als Wettbewerbsaufgabe wurde u.a. formuliert:

„Der zu realisierende Entwurf für die Fortführung der stufenweisen Wiedergerstellung der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Marien im Zentrum der Stadt Wriezen ist als Wettbewerbsleistung zu entwickeln. Hierbei soll zuerst der neu zu schaffende Sakralraum definiert werden als Chor mit 2 Jochen des Hauptschiffes und der dazugehörigen Seitenbereiche. Es sollen mit möglichen Plätzen auf Emporen in … den Seitenschiffen bis zu 200 Plätze geschaffen werden. (…) Der Entwurf hat die vorhandene historische Bausubstanz zu beachten. Sie soll in die Wirkung des zukünftigen raumes hineinwirken, ohne dass eine Kopie des Verlorenen gefordert würde. (…)

Die Ostseite der Kirche steht bis in den öffentlichen Marktplatz hinein und wird in jeder Phase stadtbildprägenden Charakter besitzen. (…)
Die Kirchengemeinde Wriezen erwartet von ihren neuen Gottesdienstraum auch im Sinne der OFFENEN KIRCHE … die öffentliche Außenwirkung in der Gesellschaft (als) ein Zeichen des Neu-Wachsens innerhalb der alten Mauern.“

Um den Wettbewerb durchführen zu können werden gegenwärtig eine digitale Vermessung der Marienkirche und eine bauhistorische Untersuchung durchgeführt.

Die sich auf ca. 37.000 € belaufenden Kosten werden von der Stadt, dem Kirchlichen Bauamt, dem Kirchenkreis, dem Förderverein und der Kirchgemeinde aufgebracht. Auf Beschluss des Vereinsvorstandes wurden als Anschubfinanzierung und Unterstützung 10.000,- € zugesagt.

Nur durch diese Unterstützung wird der Wettbewerb durchgeführt werden können. Die bei den Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse werden den fünf ausgelosten Büros zur Verfügung gestellt.

Am 27.01. 2008 fand eine Gemeindeversammlung in der Marienkirche mit dem Schwerpunkt Wiederaufbau statt.
Die Gemeindemitglieder bekannten sich dabei zum Wettbewerb und der Akzeptanz der Ergebnisse.

(…)Zitat 4 :Auswertung der Gemeindeversammlung
Den durch diese Arbeit gewonnenen Schwung müssen wir unbedingt in unsere Vereinsarbeit übertragen.
Wir werden künftig unsere Mitglieder intensiver und schneller über das Spendenaufkommen informieren und engen Kontakt zu allen Arbeitsgruppen halten.

Die Modernisierung und Erweiterung unserer Homepage im Internet mag uns auch helfen Spenden einzuwerben. Die Werbung um Spenden für den Wiederaufbau wollen und müssen wir intensivieren. Im Internet wird ein SPENDOMETER über den Zuwachs an Dachspenden eingerichtet.

Auch in der Planung und Durchführung anspruchsvoller Konzerte in der Marienkirche wollen wir weiter aktiv arbeiten.
(…).
Ein Beispiel für selbstlosen Einsatz für den Wiederaufbau der Marienkirche leistete Herr Pfarrer Fuchs i. R. durch die Spende anlässlich seines 75. Geburtstages am 13. März 2008. Hier wurden über 700  € zusammengetragen,
Herzlichen Dank.


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit .

 

 

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